Martin unterwegs beim Jokertrail … plus Demontrail

Martin mit Erfolg beim Jokertrail (49 km) plus Demontrail (15 km) am 15.2.2020

Für unseren Läufer Martin von Roeder fand das erste Highlight des Jahres am letzten Wochenende in Heidelberg statt. Mit 85 anderen Ultraläufer und -läuferinnen bewältigte er die 49 km lange Runde des Jokertrails, um nach kurzem Aufenthalt im Zielbereich noch die 15 km lange Runde des Demontrails auf sich zu nehmen. Nachfolgend Martins Bericht:

Der Jokertrail ist ein besonderer Lauf, denn es gibt keine Streckenmarkierung, keine Startnummern und auch keine klassische Start- und Ziellinie. Für das Laufen der richtigen Strecke ist jeder Läufer selber verantwortlich, in dem der vom Veranstalter bereitgestellte Track auf die Laufuhr, das GPS-Gerät oder das Handy geladen wird. Startnummern werden nicht benötigt, da bei jeder Verpflegungsstelle nach dem Namen gefragt wird und es eine Teilnehmerbegrenzung auf 100 Teilnehmer gibt. Und der Zielbereich ist im Lotte Backpackers in Heidelberg – einem kleinen Hostel, das an dem Wochenende des Laufs nur für die Läufer da ist.

Zur Vorbereitung bin ich im Januar drei lange Trainingsläufe (bis zu 46 km mit jeweils über 1.000 Höhenmetern) gelaufen und habe auf Intervalltraining, das ich sonst immer gerne mache, verzichtet.

Ich hatte mir den Track auf mein Handy geladen und war gespannt, ob ich mit den vielen Höhenmetern zurechtkommen werde und wie sich mein Training auswirkt.

Dieses Jahr waren auf der sturmbedingt verkürzten Strecke des Jokertrails ca. 1800 Höhenmeter zu überwinden, wobei auf den ersten knapp 3 Kilometern bereits über 400 Höhenmeter auf der Himmelsleiter zurückgelegt wurden. Auf der Demontrail-Runde folgten dann noch einmal 900 Höhenmeter.

Los ging es am Samstag um 7:30 auf dem Kornmarkt vor dem Lotte. Einige schnelle Läufer rannten vorneweg, ich versuchte es langsam anzugehen und wollte die Himmelsleiter bewusst nicht zu schnell angehen. Die Himmelsleiter oberhalb des Schlosses in Heidelberg führt hinauf zum Königstuhl, von dort ging es dann erst einmal etwas bergab, wieder hoch zum Auerhahnkopf und dann über Serpentinen hinab nach Ziegelhausen, wo nach etwa 12 Kilometern der erste Verpflegungspunkt vor einer Bäckerei aufgebaut war. Auf diesem Abschnitt überholte ich einige Läufer, ging aber davon aus, dass noch einige vor mir war. Nach dem VP folgte erneut ein starker Anstieg, den ich aufgrund der starken Steigung wieder gehend zurücklegte. Bis zum nächsten Verpflegungspunkt am langen Kirschbaum nach etwa 22,5 km ging es auf gut laufbaren Forstwegen , Läufer sah ich keine mehr, weder vor mir, noch nach mir.

Vom langen Kirschbaum aus ging es auf einer etwa 18 km langen Runde wieder zum langen Kirschbaum. Die erste Hälfte dieser Runde ging mit Ausnahme einer für mich nicht laufbaren Steigung hinter Wilhelmsfeld fast nur bergab, die zweite Hälfte bestand aus einem 7 km langen Anstieg von 236 m ü.NN auf 505 m ü.NN. Der Anstieg verlief auf breiten Forstwegen und war gut laufbar. Erneut sah ich weder vor mir noch hinter mir andere Läufer. Am VP erhielt ich dann die Info, dass ich zweiter bin und der erste schon vor über einer halben Stunde am VP war. Ich war überrascht, da ich bisher davon ausgegangen war, mehr als einen Läufer vor mir zu haben.

Mit dem Ziel, den zweiten Platz zu halten, ging ich auf den letzten Abschnitt des Jokertrails.

Es folgte ein kurzes, fast ebenes Stück zum weißen Stein, ein Abstieg mit nachfolgendem kleinen Anstieg und dann ein letzter langer Abstieg nach Heidelberg, über den Philiosophenweg und den Schlangenweg. Kurz vor dem Philosophenweg holte mich der dritte Läufer ein, so dass wir gemeinsam den Schlangenweg hinunterliefen und auch gemeinsam im Zielzimmer ankamen. Auch der vierte kam kurz nach uns ins Zimmer. Es wollte allerdings keiner der angekommenen Läufer auf die Demon-Runde, so dass ich mich nach kurzer Pause und mit einem halben Liter Apfelschorle im Bauch als Erster auf diese dämonische Runde wagte.

Und dämonisch war die Runde wirklich. Für die 15 km brauchte ich exakt zwei Stunden. Gefühlt die Hälfte des Demontrails legte ich aufgrund der starken Steigung und der Erschöpfung gehend zurück. Bergab konnte ich zum Glück noch Laufen, wenn auch längst nicht mehr so leicht wie am Anfang. Ich schaffte es aber sogar, meinen Vorsprung auf den zweiten des Demontrail von 16 Minuten ab Zieleinlauf Jokertrail auf 37 Minuten auszubauen, obwohl ich mir gefühlt sehr langsam vorkam.

So erreichte ich nach einer Zeit von 6:51 Stunden erneut das Lotte und freute mich über eine warme Suppe, Kuchen, Getränke und einen hervorragenden Einstieg in mein Laufjahr 2020.

Statistiken zum Lauf:
Platzierung
Jokertrail: 2.
Demontrail: 1.
Zeit Gesamt: 6:51 Stunden
Schnellster Kilometer: 3:46 min/km von km 5.25-6.25
Langsamster Kilometer: 13:31 min/km (Himmelsleiter)
Stärkster Anstieg: 450 Höhenmeter auf 2,9 Kilometer (mit Himmelsleiter)

Ergebnisliste unter www.meldelaeufer.de

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